Ein kleiner Rundgang durch die Geschichte der Keramik
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Das Wort Keramos bedeutet auf deutsch soviel wie Ton, Töpfer oder gebrannte Erde.
Keramik ist der Sammelbegriff für alle Tonwaren.
Als Keramik bezeichnete man früher Erzeugnisse, die aus bildsamen Tonen geformt, und anschliessend an die Trocknung, im Feuer gehärtet wurden. Heute umfasst der Begriff Keramik eine wesentlich breitere Palette an Werkstoffen.
Das Alter der Keramik
Die Geschichte der Keramik beginnt mit kleinen Tonfiguren in Tier- und Menschengestalt (Kultgegenstände). Die ältesten allerdings zeitlich isolierten Beispiele stammen aus der Altsteinzeit und werden ins 23 - 22 Jt.v.Chr. zurückdatiert.
Die eigentliche Entwicklung der Keramik beginnt erst viel später – im 11-8 Jt.v.Chr. – mit dem Aufkommen der Gefässkeramik.
Figuren, Gefässe und Baumaterialien aus gebranntem Ton haben im Boden Jahrtausende überdauert. Sie sind manchmal die einzigen Zeugen vergangener Kulturen.
Die Erfindung der Gefässkeramik
Als Grundvoraussetzung zur Herstellung von gebrannten Gefässkeramiken bedurfte es der Sesshaftigkeit der steinzeitlichen Völker. Die weitgehende Umstellung der menschlichen Ernährung auf Getreideerzeugnisse und deren Aufbereitung durch Kochen, rief das Bedürfniss nach feuerbeständigen Gefässen hervor. Ess- Trink- und Vorratsbehälter für trockene und flüssige Nahrung kamen hinzu.
Eine weitere Voraussetzung stellte immer wieder das Vorhandensein von Ton, Wasser und grosser Mengen Brennholz dar. Ab dem 6 Jt.v.Chr. avancierte der gebrannte Scherben in den damaligen Zentren zum universalen Werkstoff für Behälter jeglicher Art. Möglicherweise stellten mit plastischem Ton ausgeschmierte, abgedichtete Korbgefässe die Vorläufer der gebrannten Keramik dar.
Erste Ausbreitung der Gefässkeramik
1. In Vorderasien, Europa und Nordafrika
Die Keramik breitete sich wahrscheinlich von verschiedenen, voneinander unabhängigen Zentren aus.
Eines dieser Zentren liegt in Mesopotamien (NO- Irak / W- Iran), wo Gefässe aus gebranntem Ton aus der ersten Hälfte des 8 Jt.v.Chr. gefunden wurden.
Die zwei weiteren Zentren vermutet man in den einst fruchtbaren Gebieten der Sahara (Nordafrika) und Zentralanatoliens (Türkei).
Von diesen drei Regionen stammen direkt oder indirekt die ältesten Gefässkeramiken in Europa, Afrika, Westasien, Nordwestindien und Westsibierien ab.
2. In China, Japan, Indien und der pazifischen Inselwelt
Die Verbreitung der Keramik über Ostasien, Südostasien, Japan, Indien und der pazifischen Inselwelt ging wahrscheinlich von zwei Zentren aus.
Das eine wird in Japan vermutet, wo die ältesten Funde in das 11 Jt.v.Chr. datiert werden.
Das andere zeichnet sich nördlich Indonesiens durch Gefässfunde aus dem 7 Jt.v.Chr. ab.
Es ist wahrscheinlich, dass von diesen Zentren die Ausbreitung der Keramik über den nordasiatischen, eventuell auch auf den amerikanischen Raum erfolgte.
Späte Ausbreitung der Keramik
In der Zeit um 1000 – 500 v.Chr. war die Keramik über den grössten Teil der Welt verbreitet. Verhälnismässig spät tritt sie in Amerika, Zentral- und Südafrika auf. Noch ungeklärt ist ob die Altamerikanische Keramik eine eigenständige Entwicklung ist oder von Ostasien her vermittelt wurde.
Die ältesten altamerikanischen Keramikfunde stammen aus Kolumbien ( 3 Jt.v.Chr.)
Über die Ausbreitung der Keramik in Zentral- und Südafrika ist wenig bekannt. Offensichtlich haben sich die Herstellungstechniken im Laufe der Zeit nur wenig verändert. Gefässkeramiken vom Anfang dieses Jahrtausends, unterscheiden sich nur unwesentlich von vorgeschichtlichen Funden. |
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